Interview mit Andrea Weihe - Bogensport in Könitz

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Interview mit Andrea Weihe

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Interview mit Andreha Weihe
"Wenn es nicht läuft, hilft auch kein anderer Modus"

Bereits Anfang Mai fand in Porec (Kroatien) der erste FITA-Weltcup der Bogenschützen statt. Andrea Weihe vom SV Stahl Unterwellenborn startete auf Istrien in drei Wettbewerben. Mit der zu Pfingsten beginnenden Europameisterschaft im italienischen Rovereto, zu der sich Weihe qualifiziert hat, folgt bereits der Saisonhöhepunkt für die deutschen Bogenschützen. OTZ sprach mit der 34jährigen Compoundbogenschützin zwischen den Turnieren.

Porec scheint sich zu einem Mekka der Bogensportler zu entwickeln?

Ja, ich war jetzt bereits zum vierten Mal dort. Die Bedingungen sind aber auch wirklich gut, gerade zum Saisonbeginn ist es relativ warm. Das riesige Wettkampf- und Trainingsfeld ist schön angelegt. Was wichtig ist: Wir Schützen haben ausreichend Platz, können uns auch mal zurückziehen, wenn es nötig ist. Und unser Hotel ist ganz in der Nähe, da verfährt man nicht so viel Zeit.   

Die deutschen Bogenschützen blieben medaillenlos. Wie hast Du abgeschnitten?

Die Vorrunde war mit 670 Ringen und Platz 19 in Ordnung, die Qualifikation kein Problem. In der ersten Runde der Elimination bin ich dann gegen Cassie McCall (Australien) mit 1:5 gleich ausgeschieden. Es lief einfach nicht, ich habe in diesem Match schlecht geschossen.  

Lief es in den Teamwettbewerben besser?

In der Mannschaft hatten wir uns nur auf Rang 10 für die Finals qualifiziert und dadurch mit Indien gleich einen starken Gegner. Wir sind mit 216:222 ausgeschieden, wobei ich da mit meinem eigenen Schiessen wieder zufriedener war. Als beste deutsche Dame der Vorrunde durfte ich erstmals auch den Mixed-Wettbewerb mitschiessen. Das hat großen Spaß gemacht. Zusammen mit Robert Abstreiter habe ich gegen das dänische Duo mit 152:154 verloren. 152 Ringe hatten nicht viele Pärchen geschossen und die Dänen sind am Ende Zweite geworden. 2011 wird dieser Wettbewerb WM-Bestandteil sein.

Es wurde beim Weltcup ein neuer Modus ausprobiert?
Ja, der Bogensport soll kurzweiliger und attraktiver werden, dafür wird einiges ausprobiert. Bei internationalen Wettbewerben werden in den Eliminationsrunden im Einzel nicht mehr allein die erzielten Ringe bei 12 Pfeilen gewertet, sondern fließen in ein Satzsystem nach Punkten ein. Ein schlecht geschossener Pfeil kann damit u.U. ausgeglichen werden. Aber wenn es nicht läuft, hilft auch das nicht. Die besten Schützen werden sich auch im Satzsystem durchsetzen. Zudem soll sich das Schiessen mit dem Compoundbogen zukünftig deutlich vom olympischen Recurvebogen abheben, mit dem Ziel - ebenfalls olympisch zu werden. Beim nächsten Weltcup finden unsere Wettbewerbe deshalb nicht auf 70m, sondern auf 50m statt und es wird auch auf andere Scheiben geschossen.

Was habt Ihr Euch für die EM vorgenommen?
Ich denke, dort werden wir - das hoffe ich für alle deutschen Starter - besser abschneiden als in Porec. Für die Compound-Damen gesprochen: Sich eine Medaille als Ziel zu setzen, wäre bei der Leistungsdichte auch in Europa nicht realistisch. Meine beiden Teamkameradinnen hatten in Porec noch keine Topform, wegen einer Berufsausbildung bzw. der Umstellung der Schiesstechnik noch keinen Wettkampf geschossen und waren einfach noch nicht sicher genug. Da hatte ich mit dem Thüringenpokal in Jena schon einen kleinen Vorsprung.

Interview: Bernhard Möslein

 
 
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